Eine brauchbare Kalkulation beginnt nicht beim Preis des Wettbewerbers. Sie beginnt bei den eigenen Kosten, der tatsächlichen Strecke und dem Risiko des Auftrags.
1. Gesamtstrecke statt Laststrecke
Addiere Anfahrt, Lastkilometer, Umwege und erwartete Rückfahrt. Eine Tour mit 500 Lastkilometern und 100 Leerkilometern verursacht Kosten auf 600 Kilometern. Der Preis pro Lastkilometer muss diese gesamte Strecke tragen.
2. Kraftstoff realistisch ansetzen
Rechne mit dem Verbrauch des eingesetzten Fahrzeugs unter passenden Bedingungen. Gewicht, Strecke, Verkehr, Temperatur und Fahrweise können den Verbrauch verändern. Verwende einen aktuellen Einkaufspreis und nicht einen alten Durchschnittswert.
3. Arbeitszeit vollständig erfassen
Zur Arbeitszeit gehören nicht nur Fahrstunden. Be- und Entladung, Dokumentation, Wartezeit, Kontrollen und betriebliche Vorbereitung können den Auftrag verlängern. Plane gesetzliche Lenk- und Ruhezeiten sowie mögliche Übernachtungen separat.
4. Maut und Streckengebühren prüfen
Maut hängt von Strecke und Fahrzeugmerkmalen ab. Verwende für ein Angebot eine aktuelle Routenberechnung und die offiziellen Tarifangaben. Der Toll-Collect-Mautrechner ist dafür die maßgebliche externe Grundlage für Deutschland.
5. Fahrzeug und Betrieb einrechnen
Leasing oder Abschreibung, Versicherung, Steuer, Reifen, Wartung, Reparaturen, Verwaltung, Software und Finanzierung müssen über die produktive Nutzung des Fahrzeugs getragen werden. Teile Fixkosten nicht einfach durch alle Kalendertage, sondern durch realistisch produktive Touren oder Kilometer.
6. Risiko und Marge unterscheiden
Ein Risikopuffer deckt Unsicherheit wie Wartezeit oder Preisänderungen ab. Die Marge ist der geplante wirtschaftliche Überschuss. Beides sollte sichtbar kalkuliert werden. Ein Aufschlag von Prozent auf Kosten ist rechnerisch nicht dasselbe wie eine Zielmarge vom Verkaufspreis.
Vor der Abgabe kontrollieren
- Gesamte Strecke einschließlich Leerfahrt erfasst
- Fahrzeugverbrauch und aktueller Dieselpreis eingesetzt
- Arbeits-, Lade- und Wartezeit berücksichtigt
- Maut und weitere Streckengebühren geprüft
- Fixkosten nachvollziehbar verteilt
- Risiko, Marge und Zahlungsziel bewertet
- Zusatzleistungen schriftlich bepreist
Fazit
Der richtige Preis entsteht aus der vollständigen Tour und der eigenen Kostenstruktur. Erst danach ist ein Vergleich mit Marktpreisen sinnvoll. Ein Auftrag, der das Fahrzeug beschäftigt, aber seine Kosten nicht trägt, verbessert die Auslastung nur auf dem Papier.